Titelbild Unterwasserfotografie

Mit der Kamera abtauchen - So erzeilst du tolle Ergebnisse bei der Unterwasserfotografie

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Der Sommer ist da und die steigenden Temperaturen schreien nach einer Abkühlung im Meer, Freibad oder Badesee. Dein Smartphone oder die Kamera mit ins Wasser nehmen? Das klingt doch verrückt. Ist es aber nicht. Dank moderner Technik kannst du viele Kameras – und mit entsprechendem Case auch Smartphones – problemlos als Badebegleiter dabei haben. Unterwasserfotografie ist eine Foto-Disziplin, die nach eigenen Regeln spielt. Damit du dabei keinen Bauchklatscher hinlegst, haben wir ein paar Unterwasserfotografie-Tipps für dich gesammelt, die deine Bilder zum Hingucker machen. Probiere es aus und du wirst staunen!

Motive in der Tiefe: Was tun, wenn gerade kein Fisch vorbei schwimmt?

Dank fortschrittlicher und erschwinglicher Technik ist Unterwasserfotografie heute einer der Foto-Trends. Im kühlen Nass, unterhalb der Wasseroberfläche erwartet dich eine vollkommen andere, bunte und faszinierende Welt, die entdeckt werden will. Bei der Motivsuche fallen dir natürlich zuerst deren Bewohner, Fische, Seesterne und Quallen ein. Doch besonders die Meerestiere, die am unteren Ende der Nahrungskette stehen, sind oft sehr scheu und zeigen sich dir selten. Um von ihnen gute Fotos zu bekommen, solltest du dich langsam und unauffällig bewegen. Am besten sind Schwimmbewegungen mit den Flossen. Kurz über dem Meeresboden winkelst du deine Knie 90 Grad an und wedelst ganz leicht horizontal mit deinen Füßen – so stellst du sicher, dass keine Sedimente aufgewirbelt werden. Flieht ein Fisch, ist es besser auf seine Rückkehr zu warten, als ihn zu verfolgen. Besonders wichtig ist es, Tiere und Pflanzen nicht anzufassen oder gar mitzunehmen! Die wunderschöne Natur und die Riffe können nur erhalten bleiben, wenn wir rücksichtsvoll mit ihnen umgehen.

Will sich partout kein kleiner Nemo zeigen, sind Quallen ein gutes Motiv, an dem du dich als Anfänger ausprobieren kannst. Sie sind eher träge, aber muten mystisch und geheimnisvoll an – wie aus einer anderen Zeit. Unterwasserpflanzen, dein Tauchpartner oder mit Glück versunkene Gegenstände oder Wracks machen sich ebenfalls gut auf Unterwasserbildern. Im Freibad kannst du dich mangels spannender Unterwasserwelt an Lichteffekten oder aufsteigenden Luftblasen versuchen. Mit ein wenig Glück und Übung bringst du hier fantasievolle Muster in deinen Fokus. Oder versuche dich an einem Split-Shot: einer sogenannten Halb-Halb-Aufnahme, bei der sich dein Objektiv auf der Linie der Wasseroberfläche befindet. Übrigens: leicht nach oben fotografiert gibt unter Wasser meist die besten Ergebnisse. Gerade wenn man nur eine Kompaktkamera ohne Blitz hat.

Vor dem Tauchgang: Equipment für das Wasser fit machen

Damit dein geliebtes Smartphone oder die Kamera, die dich durch so viele Urlaube treu begleitet hat, nicht dem Wasser zum Opfer fallen, bieten sich dir verschiedene Möglichkeiten. Anstatt viel Geld für eine spezielle Unterwasserkamera oder teures Equipment auszugeben, empfehlen wir dir, ein Case für dein normales Smartphone oder deine Digikam zu kaufen. Nahezu alle gängigen Hersteller bieten diese vergleichsweise kostengünstig für ihre Modelle an. Alternativ kannst du auch auf Einwegkameras von bekannten Herstellern wie Fujifilm oder Kodak zurückgreifen.

Damit unter Wasser nicht der Saft ausgeht: Strom und Speicher checken

Nichts ist ernüchternder, als während eines Fotoshootings festzustellen, dass der Akku schlapp macht oder kein Platz mehr auf der Speicherkarte ist. Deshalb solltest du vor einem feucht-fröhlichen Unterwasser-Fotoshooting immer überprüfen, ob der Akku voll und die Speicherkarte leer ist. Im Zweifel schadet es nie, für beides einen Ersatz dabei zu haben und ihn an Land oder an Bord zu deponieren – damit du auch keines der spritzigen Motive verpasst. So kannst du mit ruhigem Gewissen die Serienfunktion einstellen, um die Chancen auf einen tollen Schnappschuss zu erhöhen.

An Land üben: Jungfernfahrt auf trockenem Boden

Mach dir keine Sorgen, niemand schießt auf Anhieb das perfekte Unterwasser-Foto. Mach dich deshalb zuerst einmal mit dem Equipment vertraut und teste an Land. Bist du unsicher, wie das Case montiert oder die Kamera bedient wird, wirf einen Blick in die Anleitung. Steht ein Urlaub bevor, der dich an exotische Strände führt, deren seichtes Wasser du mit der Kamera entdecken willst? In diesem Fall empfehlen wir dir einen Härtetest im nächstgelegenen Schwimmbad. Mit schlüpfrigen Fingern kann das Handling des Smartphones schon mal zum Balanceakt werden. Ein wenig Übung unter realen Bedingungen kann also Gold wert sein.

Ideale Bedingungen: Ruhige Gewässer zur Mittagszeit

Jeder Fotograf kennt sie, die „blaue Stunde“. Die Zeit am Tag, zur der das Licht am besten ist und deine Motive in ein weiches, sanftes Licht taucht. Etwas Ähnliches gibt es auch in der Unterwasserfotografie. An sonnigen Tagen nimmst du die besten Unterwasser-Fotos zwischen 10 und 14 Uhr auf. Hier ist der Sonnenstand perfekt, denn die Sonne steht am höchsten und scheint senkrecht auf das Wasser. Damit das Licht auch möglichst ungebrochen auf dein Motiv fällt, solltest du für eine ruhige Wasseroberfläche sorgen. Selbst kleine Wellen brechen die Lichtstrahlen, sodass sie unberechenbar werden.

Den Auslöser drücken: Auf Augenhöhe mit dem Motiv

Um die negativen Effekte, die durch Sonnenstand und Wellengang entstehen, zu minimieren, hilft es dir, dich dem Motiv auf kurze Distanz zu nähern. Am besten wirken die Bilder, wenn sich Kameraobjektiv und Motiv auf einer Höhe befinden. Gleichzeitig solltest du die Kamera beim Betätigen des Auslösers ruhig halten, weil kleinste Bewegungen durch die kurze Entfernung zu verwackelten oder verschwommenen Fotos führen. Eine ruhige Hand ist außerdem wichtig, wenn du Unterwasser-Fotos von Fischen, Seepferdchen oder anderen Tieren machen willst. Diese reagieren schreckhaft auf schnelle Bewegungen und sind schneller aus dem Bildausschnitt geflohen, als dir lieb ist.

Mit diesen Tipps gerüstet, steht deiner Unterwasser-Safari nichts mehr im Weg. Du siehst: Unterwasserfotografie ist kein Hexenwerk. Schnapp dir deine Kamera und ab an den Badesee, Strand oder ins Freibad. Tauche ab und beeindrucke mit deinen abenteuerlichen Fotoschätzen aus einer anderen Welt Freunde und Bekannte.

Quelle Titelbild: © istockphoto.com/Bicho_raro

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