Sonnenaufgang auf Koh Samui

Reisefotografie: So werden die Urlaubsfotos zum echten Hingucker

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Ein Selfie vor dem Eiffelturm, ein Bild vom Sonnenuntergang am Meer oder ein Foto von Big Ben: Ganz klar, Erinnerungsfotos gehören zum Urlaub einfach dazu. Doch zu Hause wirken die Bilder auf einmal gar nicht mehr so spannend. Ein Urlaubsbild gleicht dem anderen. Die Freundin stützt den schiefen Turm von Pisa? Schon hundert Mal gesehen. Die Wachen vorm Buckingham Palace? Auch nichts Neues. Aber wie wäre es mal, mit einer ganz ungewöhnlichen Perspektive? Und warum muss die Person vor der Linse eigentlich immer direkt in die Kamera schauen? Wie bereite ich meine Bilder spannend auf? Was sind die schönsten Fotomotive auf Reisen? Und wie fotografiere ich einen Wasserfall? Mit diesen Tipps und Tricks werden die nächsten Urlaubsfotos garantiert nicht langweilig.

Welche Ausrüstung für die Fotoreise einpacken?

weibliche Fotografin macht Fotos in der Natur

Bei der Frage nach der richtigen Kamera und Ausrüstung für bessere Reisefotos im Urlaub gilt: Leichtigkeit siegt. Denn wer will schon eine kiloschwere Tasche den ganzen Tag mit sich herumtragen? Deshalb lieber ein praktisches Reisestativ mitnehmen und auf ein Stativ aus Metall verzichten. Ein gutes Objektiv mit großem Zoombereich – am besten 35 bis 150 Millimeter – sollte in deinen Reisekoffer. Selfie-Stick und Ersatz-Akku dürfen ebenfalls nicht fehlen. Eine zweite Speicherkarte ist ein Muss. Am besten gleich mehrere einpacken und regelmäßig wechseln. Denn sollte deine Kamera tatsächlich geklaut werden oder eine Karte verloren gehen, sind nicht gleich all die schönen Erinnerungen verschwunden. Für den schnellen Schnappschuss zwischendurch gilt: Handy bereithalten. Denn auch Smartphone-Fotos haben inzwischen eine gute Qualität. Ansonsten aber lieber auf Spiegelreflexkamera oder Systemkamera vertrauen.

Das richtige Fotomotiv für die Reisefotografie: Pose und Perspektive

Um zu zeigen, wie imposant die Mammutbäume im kalifornischen Yosemite Nationalpark tatsächlich sind, muss ein Vergleich her. Genauso wie bei dem winzigen Auto im Italienurlaub. Daher solltest du zum Größenvergleich Menschen oder Gegenstände bei solchen Motiven mit ablichten. Erst, wenn ein Streichholz neben der gigantischen Spinne liegt, wird auf dem Foto klar: Das hier ist ein riesiges Insekt. Ohne den Vergleich bleibt auf dem Urlaubsbild nur eine einfache Spinne. Weitere Tipps zur Motivsuche findest du in unserem Magazin.

Du möchtest ein großes Gebäude fotografieren und deine Mitreisenden sollen ebenfalls erkennbar auf dem Motiv zu sehen sein? Dabei gilt: den richtigen Abstand halten. Damit Mensch und Gebäude beide gut zu erkennen sind, muss die Person dicht vor der Kamera stehen und das Bauwerk im Hintergrund weiter entfernt liegen. So bekommst du beides gut erkennbar auf dein Urlaubsfoto.

Das freundliche Lächeln und der direkte Blick in die Kamera ist ein beliebter Klassiker auf Reisefotos. Aber wie wäre es, wenn die Person vor der Linse einfach mal gedankenverloren in Richtung Meer schaut? Oder sie neugierig die Statue im Museum betrachtet? Weniger gestellte Fotos wirken oftmals viel mehr. Land und Leute fotografierst du am besten abseits touristischer Pfade in ihrer alltäglichen Umgebung: Auf dem Markt, auf Festen oder in einheimischen Cafés und Bars in den Seitengassen.

Strand von Koh Samui

So können die Urlaubsbilder die Atmosphäre vor Ort gut widerspiegeln. Auch ein Wechsel der Perspektive kann aus einem gewöhnlichen Fotomotiv etwas ganz Ungewöhnliches machen. Einfach mal direkt unter den Eiffelturm stellen und nach oben fotografieren oder die kleine Meerjungfrau aus der Froschperspektive ablichten. Eine Mauer zum Hochklettern in der Nähe sorgt ebenfalls für einen neuen Blickwinkel.

Je persönlicher die Urlaubsbilder, desto besser

Eine ganz persönliche Note bekommen die Urlaubsbilder, wenn du einen wiederkehrenden Gegenstand mit aufs Motiv nimmst. Das kann zum Beispiel das Lieblingskuscheltier oder aber eine besondere Karte sein. Wichtig ist dabei nur, dass du selbst einen Bezug dazu hast. Ein hoher Wiedererkennungswert ist garantiert.

Wasserfall richtig in Szene setzen

Um landschaftliche Highlights wie zum Beispiel einen Wasserfall zu fotografieren, bedarf es manueller Einstellungen. Den Schleier-Effekt von fließendem Wasser erzielst du durch eine längere Belichtungszeit (2 bis 15 Sekunden) bei geschlossener Blende. Je länger du belichtest, desto weicher wird der Effekt. Bei viel Tageslicht kann es trotz der geschlossenen Blende sein, dass die Belichtungszeit nur auf einen Bruchteil der Sekunde eingestellt werden kann. Ansonsten würde das Foto zu hell. In diesem Fall empfiehlt sich ein Graufilter, welcher auf das Objektiv geschraubt wird. Er verdunkelt das Motiv, sodass eine längere Belichtungszeit möglich ist.

Licht und Schatten auf Urlaubsfotos

Finger weg von der Mittagssonne: Das gilt nicht nur fürs Sonnenbaden, sondern auch fürs Fotografieren. Denn zu dieser Zeit ist die Sonne ein echter Schattenwerfer und sorgt für unschöne Flecken auf dem Foto. Wenn dann die Sonne den ganzen Tag scheint, solltest du darauf achten, dass du sie beim Fotografieren im Rücken hast. Lässt es sich nicht vermeiden und du möchtest deinen Freund trotzdem ablichten gilt: Blitz einschalten. Ansonsten ist die Person auf dem Bild viel zu dunkel und nicht zu erkennen.

Früh aufstehen lohnt sich: Denn eine Stunde vor Sonnenaufgang ist das Licht besonders warm. So legen Meer und Strand einen malerischen Auftritt vor der Linse hin. Ein weiterer Pluspunkt: Früh am Morgen sind noch nicht so viele Touristen unterwegs. Die Chance auf ein Bild ohne Rucksäcke und Sonnenhüte ist also groß.

Sonnenaufgang vor Koh Samui

Wer die romantische Abendstimmung an der Promenade einfangen möchte, sollte unbedingt ein Stativ verwenden. Die Kamera auf eine Mauer legen funktioniert übrigens genauso gut. Dazu eine längere Belichtungszeit wählen. Tagsüber gilt die goldene Fotografen-Regel: Blende acht, wenn die Sonne lacht.
Urlaubsfotos sind ohne Frage eine der schönsten Erinnerungen.

Zwischendurch solltest du aber auch mal die Kamera weglegen und nicht die ganze Reise durch die Linse betrachten. Sich Zeit nehmen, einfach mal den Moment genießen, sich mit der Umgebung vertraut machen und erst danach das Erinnerungsbild machen.

Bildquelle Foto 1: © istockphoto.com/michaeljung

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